Endlich ist es soweit: Ihr trefft Euch nach längerem Schreiben das erste Mal persönlich. Schnell wirfst Du nochmal einen Blick in den Spiegel. Die Haare sitzen, das Outfit stimmt. Perfekt. Nur in Deinem Inneren sieht es nicht ganz so fantastisch aus. Zwar verspürst Du ein angenehmes Kribbeln der Aufregung, jedoch liegt Dir ein anderes Gefühl schwer im Magen. Nämlich, dass Du Deinen Schwarm, in den Du doch so viel Hoffnung auf die große Liebe setzt, vielleicht lieber nicht treffen solltest. Damit Du gar nicht erst wieder enttäuscht werden kannst.
Bist Du es leid, immer wieder jemanden kennenzulernen, eventuell sogar in Dein Herz zu lassen – nur um dann am Ende doch wieder alleine dazustehen? Reiht sich beim Dating Enttäuschung an Enttäuschung, fällt es oftmals schwer, zuversichtlich zu bleiben, dass Du eines Tages tatsächlich Deiner großen Liebe gegenüberstehen wirst. Wie aber kannst Du sich häufenden Fehltritten, dem damit einhergehenden Frust und der Angst vor Verletzung am besten vorbeugen?
Zwei Seiten der Medaille:
Enttäuschung ist nicht gleich Enttäuschung
Leider müssen wir beim Dating auch nicht mit nur einer Art von Enttäuschung umgehen. Nein, es gibt mehrere Ereignisse und Umstände, die dafür sorgen können, dass wir nach einem Date wieder einmal völlig hoffnungslos in der Couch versinken und denken, wir müssten unser restliches Leben Single bleiben. Und dass das vielleicht sogar die bessere und weniger schmerzhafte Option wäre.
Hoffnung auf Liebesglück
Nehmen wir mal an da ist der nette Kerl/die nette Dame, dessen/deren Nummer Dir eine Arbeitskollegin gegeben hat. Mit den Worten, dass ihr beiden doch so ein süßes Paar abgeben würdet. Außerdem hast Du noch jemand vielversprechendes auf einer Online-Dating-Plattform entdeckt. Und Jackpot: Auch er/sie fand Dein Profil anscheinend ansprechend. Mit beiden Anwärter/-innen hast Du eine Zeit lang hin und her geschrieben. Ihr habt Euch besser kennengelernt und Euch schon über das eine oder andere vertrauliche Thema ausgetauscht. Du bekommst immer mehr den Eindruck, Dein Liebesglück könnte nun tatsächlich bald zum Greifen nahe sein.
Ernüchterung statt Herzklopfen
Als Dich der/die Bekannte Deiner Arbeitskollegin fragt, ob ihr Euch auf einen Kaffee treffen wollt, macht Dein Herz einen Sprung. Doch im Café scheint alle Verbundenheit plötzlich fort zu sein. Sein/Ihr flapsiger Humor, den Du beim Schreiben so toll fandst, ist wie weggeblasen und Euer Gespräch stattdessen seltsam hölzern. Dabei wart Ihr Euch beim Schreiben doch schon so nah gekommen. Und mal ganz ehrlich: Mit der Beschreibung, er/sie wäre unglaublich sportlich gebaut und hätte Ähnlichkeiten mit dem jungen Johnny Depp/der jungen Sharon Stone, hatte Deine Kollegin auch etwas übertrieben. Aus Deiner Vorfreude wird langsam das schale Gefühl der Enttäuschung. Die Schmetterlinge in Deinem Bauch segeln leblos nach unten und die Hoffnung, dass das der Mann/die Frau Deines Lebens sein könnte, gleich mit.
Enttäuschte Erwartungshaltung
Was ist hier passiert? Nun, offensichtlich hattest Du gewisse Vorstellungen und Erwartungen, die nun nicht erfüllt wurden. Angefangen mit dem äußeren Erscheinungsbild. Die etwas zu übertriebene Beschreibung seitens Deiner Freundin, kann man Deinem Date ja nicht mal zum Vorwurf machen. Und trotzdem sorgte das vermutlich für die erste Irritation. Somit bist Du ab Sekunde eins vermutlich misstrauisch und unzufrieden geworden. Schlichtweg, weil Deine Erwartungen enttäuscht wurden.
Absichtliche Täuschung?
Noch viel stärkere Auswirkungen hat das, wenn Dein Date selbst geflunkert oder beschönigt hat. Er hat sich selbst als George Clooney Doppelgänger beschrieben? Oder sie sieht in Wirklichkeit ganz anders aus, als auf den stark bearbeiteten Bildern ihres Dating-Profils? Dann fehlt uns eventuell bei einem Treffen nicht nur die sexuelle Anziehung. Wir fühlen uns auch hintergangen. Und zweifeln somit die Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit dieser Person an. Bei so einem Start stehen die Chancen logischerweise eher schlecht, im weiteren Verlauf des Dates Vertrauen zu fassen und sich auf das Gegenüber einlassen zu können.
Werte und Zukunftsvorstellungen
Doch nicht nur die Optik birgt mögliche Schwierigkeiten. Auch Wertvorstellungen oder Zukunftspläne lassen sich über die Distanz des schriftlichen Austausches wesentlich besser verklärt darstellen. In seinem/ihrem Profil steht „Nichtraucher/-in“? Aber schon nach kurzer Zeit entschuldigt er/sie sich und Du siehst, wie draußen klammheimlich die Zigarette angezündet wird? Oder Ihr ganz offen über Deinen baldigen Kinderwunsch geschrieben und er/sie hatte Dich einfühlsam darin bestärkt. Als Ihr Euch nun gegenübersitzt und Du das Thema ansprichst, wird er/sie aber ganz unruhig und kann plötzlich gar nicht mehr so gut damit umgehen? Es könnte sein, dass er/sie nicht ganz ehrlich war, sondern Dir anfangs eher Dinge gesagt hat, die Du mutmaßlich gerne hören wolltest, um Dir zu gefallen.
Gewünschtes Ziel: Beziehung
Das passiert vor allem, wenn jemand sich so verkaufen will, wie er/sie denkt, die meisten Chancen auf eine Beziehung zu haben. Authentizität und offener Umgang mit Schwächen ist dabei natürlich Fehlanzeige. Und sogar, wenn Fehler eingestanden werden, dient das meist dem eigenen Vorteil. Wenn jemand seine/ihre Schwäche eingesteht, wie unglaublich feinfühlig er/sie doch wäre, möchte er/sie damit bestimmt eher zeigen, was für ein/e einfühlsame/r Partner/in er/sie doch wäre. Oder es wird geklagt, dass man zu viel arbeite und möchte eigentlich damit zeigen, wie zielstrebig man ist. Alles soll einen möglichst guten Eindruck machen, um als potenzielle/r Liebespartner/-in wahrgenommen zu werden. Besonders bei anfänglichem Schreiben gelingt das meist auch erst einmal recht gut. Ein Kennenlernen der Person, wie sie wirklich ist, ist so aber leider kaum möglich. Und das Traurige dabei: Enttäuschung ist quasi vorprogrammiert.
Enttäuschung durch Zurückweisung
Ja, die Dating-Welt kann grausam sein. Denn nicht nur, dass Dein Gegenüber anders ist als erhofft, ist enttäuschend. Bist Du Feuer und Flamme und bekommst einen Korb ist das ebenfalls schmerzhaft. Oder noch schlimmer: Du wirst hingehalten und hast so gar keine Ahnung, woran Du eigentlich bist.
Klare Abfuhr erteilt
Vielleicht triffst Du Dich ja mit Deinem/Deiner Online-Dating-Favoriten/-in zum Abendessen. Gleich auf den ersten Blick fühlst Du Dich zu ihm/ihr hingezogen. Es ist ganz klar, dass Du sowohl körperlich als auch auf der zwischenmenschlichen Ebene Interesse an ihm/ihr hast. Die Schmetterlinge im Bauch sind eindeutig wieder zum Leben erwacht und schwirren wild in Deinem Bauch herum. Nach der Ernüchterung des letzten Dates bist Du überglücklich, dass das offenbar noch möglich ist. Beflügelt gehst Du nach Hause. Als Du am nächsten Tag eine Nachricht von ihm/ihr bekommst, hüpft Dein Herz voller Freude. Doch dann der Schock: Er/Sie bedankt sich für den Abend – der Funke sei aber leider nicht richtig übergesprungen. Und in nur einer Sekunde werden all Deine Schwärmereien, Hoffnungen und Träume zerschmettert.
Sich selbst richtig einschätzen
So schwierig und schmerzhaft das auch ist: Du hast eine eindeutige Aussage und weißt, woran Du bist. Deine Enttäuschung geht davon aber natürlich nicht einfach so weg. Und leider gilt es wahrscheinlich auch, diese erst einmal anzunehmen und auszuhalten. Gegebenenfalls kannst Du allerdings versuchen, aus diesem Beispiel für zukünftige Verabredungen zu lernen. Hast Du Dich authentisch gezeigt, warst beim Date Du selbst und bist mit Dir soweit im Reinen? Dann nimm Dir die erteilte Abfuhr so wenig wie möglich zu Herzen. Man weiß nie, was letzten Endes dazu geführt hat. Und ein Mensch, der sich nicht für Dich entscheidet, kann leider (oder zum Glück!) wohl auch nicht Dein geeigneter Herzensmensch sein.
Eigene Authentizität reflektieren
Musst Du Dich aber vielleicht sogar an die eigene Nase fassen und eingestehen, dass auch Du, vor lauter Wunsch nach einer Beziehung, etwas zu dick aufgetragen hast? Oder fiel es Dir schwer, beim Treffen Du selbst zu sein? Hinterfrage, inwiefern Du es geschafft hast, Dir treu zu bleiben und ein ehrliches Bild von Dir zu vermitteln. Hast Du tatsächlich des Öfteren versucht, anders zu sein als Du eigentlich bist, dann könnte es wichtig sein, Dein Selbstwertgefühl zu stärken. Womöglich steckt der Glaubenssatz dahinter, dass Du so, wie Du bist, nicht liebenswert wärest. Doch versprochen: In Dich – so wie Du bist – wird sich irgendwann genau der richtige Mensch verlieben. Viel mehr als in eine aufgesetzte, scheinbar optimierte Version Deiner selbst.
Ungesunde Muster überwinden
Vielleicht kannst Du auch gewisse Wiederholungen in Deinem Dating-Verhalten beobachten. Fühlst Du Dich meist zu Menschen hingezogen, die Dir dann das Herz brechen? Und Kandidaten/-innen, die Dir ernsthaftes Interesse und Sicherheit signalisieren, lassen Dich kalt? Vermutlich wäre es dann hilfreich, Dein eigenes Bindungsmuster zu hinterfragen. Denn Vorsicht! Bauchkribbeln heißt nicht immer wahre Verliebtheit. Es kann, völlig unromantisch, auch davon kommen, dass wir etwas spüren, was wir vielleicht schon (zu) gut kennen: Unsicherheit. Eventuell lösen diese Dates einen körperlichen Anspannungs-Impuls aus, den wir fälschlicherweise als romantisches Herzklopfen interpretieren. Es kann also durchaus sein, dass Du eine Enttäuschung nach der anderen erlebst, weil Du (noch) eine fehlgeleitete Vorstellung davon hast, wie sich Zuneigung anfühlt. Und Dich damit selbst auf der Suche nach einem/einer kompatiblen Partner/-in sabotierst.
Wie kannst Du Dich vor Enttäuschungen schützen?
Einen wirklichen Schutz vor Enttäuschung beim Dating gibt es leider nicht. Mit jedem gescheiterten Dating-Versuch stirbt eine kleine Hoffnung und die Vorstellung, die Du von dem-/derjenigen und einem eventuellen gemeinsamen Leben hattest. Das können wir nicht verhindern. Und das tut auch weh. Achte aber darauf, dass Du durch die vielen schlechten Erfahrungen und den Herzschmerz, nicht zu negativ wirst. Dienlich ist es dabei, mit diesen enttäuschten Hoffnungen und Fehltritten bewusst umzugehen und herauszufinden, worauf Du Einfluss nehmen kannst.
Unzufriedenheit durch Idealisierung
Sei beispielsweise wachsam und idealisiere einen neuen Kontakt nicht von Anfang an zu sehr. Manchmal neigen wir dazu, unsere Träume, Wünsche und Hoffnungen auf eine Person zu projizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir dann vieles überinterpretieren und in Richtung unserer eigenen Vorstellung vom romantischen Traumpartner auslegen. Der reale Mensch, auf den wir dann letztendlich treffen, kann dem fast unmöglich gerecht werden. Logisch, oder?
Sehnsucht nach großen Gefühlen
Ein weiterer Fehler kann es sein, zu viel zu erwarten. Wenn er/sie Dich nicht gleich völlig umhaut, kann es gar nicht der oder die Richtige sein? Du erwartest Verliebtheit oder gar Liebe auf den ersten Blick und bist enttäuscht, wenn ihr womöglich erst einmal etwas Zeit zum Aufwärmen braucht? Klar, als Singles vermissen wir oft genau das: Die großen Gefühle. Das Bauchkribbeln. Und dennoch ist das ein Trugschluss. Erstens weißt Du jetzt ja schon, dass Schmetterlinge im Bauch sogar für ein bekanntes (wenig erfolgreiches) Beuteschema sprechen können. Und Zweitens entstehen Beziehungen nur selten auf Basis von Schockverliebtheit. Beziehung und Liebe brauchen Zeit. Gefühle wachsen. Gib das nächste Mal also Deinem Date die Chance, Euch in Ruhe und ohne Druck näherzukommen. Denn kommt das Bachkribbeln etwas später, bedeutet das nicht, dass es nicht genauso schön ist – und vielleicht sogar für immer hält.
Unrealistische Ansprüche
Potenzielle Partner/-innen vorschnell auszusortieren, kann außerdem auch ein Schutzmechanismus sein. Besonders, wenn Dir oft das Herz gebrochen oder falsche Versprechungen gemacht wurden, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du Dich unterbewusst gar nicht mehr wirklich öffnen möchtest. Weil Du erwartest, verletzt zu werden. Jede Kleinigkeit, die nicht zu passen scheint, wird somit als Bestätigung dafür gewertet, dass etwas nicht stimmt. Nicht selten haben Singles dann wahnwitzige Listen, was der/die zukünftige Partner/-in alles erfüllen sollte. Und sieben demnach blitzschnell aus. Hast vielleicht auch Du so eine Liste? Dann sei ganz ehrlich mit Dir: Benutzt Du diese anscheinend so wichtigen Punkte eventuell, um Menschen von Dir fernzuhalten? Damit keine Liebeskummer-Gefahr besteht? Besonders, wenn Du viel Zurückweisung und Schmerz erfahren hast, solltest Du aufpassen, nicht zu hart zu werden. Und gesunde, vielversprechende Kontakte nicht vorschnell aufgrund von fehlgeleiteten, zu hohen Ansprüchen abzuwimmeln.
Was wirklich zählt
Was Dir dahingegen absolut dienen kann, ist ein gutes Bewusstsein dafür, was Du in einer Beziehung tatsächlich brauchst und Dir von einem potenziellen Partner wünschst. Dabei geht es aber eben nicht um sabotierende, eigentlich irrelevante Sachen wie beispielsweise, welches Auto er/sie fährt oder wie er/sie die Wäsche faltet. Es geht um Deine Grundbedürfnisse in einer Beziehung – und in der Kennenlernphase. Damit wirst Du toxische Verbindungen schneller erkennen und lösen können. Klar, manches kannst Du nicht kontrollieren. Hast Du allerdings erst einmal verinnerlicht, dass Du Dir von einem (potenziellen) Partner etwa Sicherheit und Geborgenheit wünschst, dann findest Du auch schnell heraus, dass jemand, der/die sich nur sporadisch bei Dir meldet und Dich nicht wertschätzt, ganz sicher nicht Dein/e ideale/r Partner/-in ist.
Offene Kommunikation von Anfang an
Weißt Du, was Dir wichtig ist, dann solltest Du das auch gleich von Beginn an kommunizieren. Und Deinem Gegenüber vermitteln, wie wichtig Dir Authentizität ist. Schaffe Klarheit, um Enttäuschungen vorzubeugen. Es kommt nicht darauf an, Euch einander zu beweisen, was für tolle Partner/-innen Ihr sein könnt, sondern darum, Euch wirklich kennenzulernen. Wenn Ihr von Anfang an offen darüber sprecht oder schreibt, dann werden wesentlich weniger Abweichungen und somit Enttäuschungen bei einem ersten Date auf Euch warten. Überlege außerdem, welches Dating-Format für Dich denn am besten funktioniert. Bist Du immer wieder frustriert, wenn sich die über Nachrichten aufgebaute Verbindung letztlich nicht bei den persönlichen Treffen vertiefen lässt? Wie wäre es dann beispielsweise, durch ein Hobby oder beim Speeddating neue Leute kennenzulernen? Beim Online Dating könntest Du wiederum frühzeitige Treffen arrangieren, damit Ihr beide gar nicht erst in Versuchung kommt, ein beschönigtes Idealbild vermitteln zu wollen. Sprichst Du das auch noch völlig offen an, ist der erste Schritt für ein authentisches und chancenreiches Kennenlernen schon getan.
Wenn es nicht klappt
Gab es aber einfach zu viele Enttäuschungen und unangenehme Dates, sodass Du momentan gar nicht mehr unbelastet daten kannst, dann gönn Dir eine kleine Auszeit. Konzentriere Dich erst mal nur auf Dich und gib Dir Zeit, die enttäuschenden Erfahrungen richtig zu verarbeiten und Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Schließlich bringt es nichts, Dich zu sehr unter Druck zu setzen. Schaffst Du das nicht alleine, sind unsere Berater/-innen jederzeit für Dich da!
Fühlst Du Dich dem Dating-Wahnsinn jedoch gewachsen, dann sollst Du natürlich nicht darauf verzichten. Blicke doch statt in den Spiegel dann einfach nochmal in Dein Innerstes, bevor Du zu Deiner Verabredung gehst – mach Dir bewusst, was Du willst. Sei Du selbst und dann: Auf geht’s!
Enttäuschung beim Dating
Enttäuschung beim Dating
Wie Du damit umgehen kannst
Endlich ist es soweit: Ihr trefft Euch nach längerem Schreiben das erste Mal persönlich. Schnell wirfst Du nochmal einen Blick in den Spiegel. Die Haare sitzen, das Outfit stimmt. Perfekt. Nur in Deinem Inneren sieht es nicht ganz so fantastisch aus. Zwar verspürst Du ein angenehmes Kribbeln der Aufregung, jedoch liegt Dir ein anderes Gefühl schwer im Magen. Nämlich, dass Du Deinen Schwarm, in den Du doch so viel Hoffnung auf die große Liebe setzt, vielleicht lieber nicht treffen solltest. Damit Du gar nicht erst wieder enttäuscht werden kannst.
Bist Du es leid, immer wieder jemanden kennenzulernen, eventuell sogar in Dein Herz zu lassen – nur um dann am Ende doch wieder alleine dazustehen? Reiht sich beim Dating Enttäuschung an Enttäuschung, fällt es oftmals schwer, zuversichtlich zu bleiben, dass Du eines Tages tatsächlich Deiner großen Liebe gegenüberstehen wirst. Wie aber kannst Du sich häufenden Fehltritten, dem damit einhergehenden Frust und der Angst vor Verletzung am besten vorbeugen?
Zwei Seiten der Medaille:
Enttäuschung ist nicht gleich Enttäuschung
Leider müssen wir beim Dating auch nicht mit nur einer Art von Enttäuschung umgehen. Nein, es gibt mehrere Ereignisse und Umstände, die dafür sorgen können, dass wir nach einem Date wieder einmal völlig hoffnungslos in der Couch versinken und denken, wir müssten unser restliches Leben Single bleiben. Und dass das vielleicht sogar die bessere und weniger schmerzhafte Option wäre.
Hoffnung auf Liebesglück
Nehmen wir mal an da ist der nette Kerl/die nette Dame, dessen/deren Nummer Dir eine Arbeitskollegin gegeben hat. Mit den Worten, dass ihr beiden doch so ein süßes Paar abgeben würdet. Außerdem hast Du noch jemand vielversprechendes auf einer Online-Dating-Plattform entdeckt. Und Jackpot: Auch er/sie fand Dein Profil anscheinend ansprechend. Mit beiden Anwärter/-innen hast Du eine Zeit lang hin und her geschrieben. Ihr habt Euch besser kennengelernt und Euch schon über das eine oder andere vertrauliche Thema ausgetauscht. Du bekommst immer mehr den Eindruck, Dein Liebesglück könnte nun tatsächlich bald zum Greifen nahe sein.
Ernüchterung statt Herzklopfen
Als Dich der/die Bekannte Deiner Arbeitskollegin fragt, ob ihr Euch auf einen Kaffee treffen wollt, macht Dein Herz einen Sprung. Doch im Café scheint alle Verbundenheit plötzlich fort zu sein. Sein/Ihr flapsiger Humor, den Du beim Schreiben so toll fandst, ist wie weggeblasen und Euer Gespräch stattdessen seltsam hölzern. Dabei wart Ihr Euch beim Schreiben doch schon so nah gekommen. Und mal ganz ehrlich: Mit der Beschreibung, er/sie wäre unglaublich sportlich gebaut und hätte Ähnlichkeiten mit dem jungen Johnny Depp/der jungen Sharon Stone, hatte Deine Kollegin auch etwas übertrieben. Aus Deiner Vorfreude wird langsam das schale Gefühl der Enttäuschung. Die Schmetterlinge in Deinem Bauch segeln leblos nach unten und die Hoffnung, dass das der Mann/die Frau Deines Lebens sein könnte, gleich mit.
Enttäuschte Erwartungshaltung
Was ist hier passiert? Nun, offensichtlich hattest Du gewisse Vorstellungen und Erwartungen, die nun nicht erfüllt wurden. Angefangen mit dem äußeren Erscheinungsbild. Die etwas zu übertriebene Beschreibung seitens Deiner Freundin, kann man Deinem Date ja nicht mal zum Vorwurf machen. Und trotzdem sorgte das vermutlich für die erste Irritation. Somit bist Du ab Sekunde eins vermutlich misstrauisch und unzufrieden geworden. Schlichtweg, weil Deine Erwartungen enttäuscht wurden.
Absichtliche Täuschung?
Noch viel stärkere Auswirkungen hat das, wenn Dein Date selbst geflunkert oder beschönigt hat. Er hat sich selbst als George Clooney Doppelgänger beschrieben? Oder sie sieht in Wirklichkeit ganz anders aus, als auf den stark bearbeiteten Bildern ihres Dating-Profils? Dann fehlt uns eventuell bei einem Treffen nicht nur die sexuelle Anziehung. Wir fühlen uns auch hintergangen. Und zweifeln somit die Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit dieser Person an. Bei so einem Start stehen die Chancen logischerweise eher schlecht, im weiteren Verlauf des Dates Vertrauen zu fassen und sich auf das Gegenüber einlassen zu können.
Werte und Zukunftsvorstellungen
Doch nicht nur die Optik birgt mögliche Schwierigkeiten. Auch Wertvorstellungen oder Zukunftspläne lassen sich über die Distanz des schriftlichen Austausches wesentlich besser verklärt darstellen. In seinem/ihrem Profil steht „Nichtraucher/-in“? Aber schon nach kurzer Zeit entschuldigt er/sie sich und Du siehst, wie draußen klammheimlich die Zigarette angezündet wird? Oder Ihr ganz offen über Deinen baldigen Kinderwunsch geschrieben und er/sie hatte Dich einfühlsam darin bestärkt. Als Ihr Euch nun gegenübersitzt und Du das Thema ansprichst, wird er/sie aber ganz unruhig und kann plötzlich gar nicht mehr so gut damit umgehen? Es könnte sein, dass er/sie nicht ganz ehrlich war, sondern Dir anfangs eher Dinge gesagt hat, die Du mutmaßlich gerne hören wolltest, um Dir zu gefallen.
Gewünschtes Ziel: Beziehung
Das passiert vor allem, wenn jemand sich so verkaufen will, wie er/sie denkt, die meisten Chancen auf eine Beziehung zu haben. Authentizität und offener Umgang mit Schwächen ist dabei natürlich Fehlanzeige. Und sogar, wenn Fehler eingestanden werden, dient das meist dem eigenen Vorteil. Wenn jemand seine/ihre Schwäche eingesteht, wie unglaublich feinfühlig er/sie doch wäre, möchte er/sie damit bestimmt eher zeigen, was für ein/e einfühlsame/r Partner/in er/sie doch wäre. Oder es wird geklagt, dass man zu viel arbeite und möchte eigentlich damit zeigen, wie zielstrebig man ist. Alles soll einen möglichst guten Eindruck machen, um als potenzielle/r Liebespartner/-in wahrgenommen zu werden. Besonders bei anfänglichem Schreiben gelingt das meist auch erst einmal recht gut. Ein Kennenlernen der Person, wie sie wirklich ist, ist so aber leider kaum möglich. Und das Traurige dabei: Enttäuschung ist quasi vorprogrammiert.
Enttäuschung durch Zurückweisung
Ja, die Dating-Welt kann grausam sein. Denn nicht nur, dass Dein Gegenüber anders ist als erhofft, ist enttäuschend. Bist Du Feuer und Flamme und bekommst einen Korb ist das ebenfalls schmerzhaft. Oder noch schlimmer: Du wirst hingehalten und hast so gar keine Ahnung, woran Du eigentlich bist.
Klare Abfuhr erteilt
Vielleicht triffst Du Dich ja mit Deinem/Deiner Online-Dating-Favoriten/-in zum Abendessen. Gleich auf den ersten Blick fühlst Du Dich zu ihm/ihr hingezogen. Es ist ganz klar, dass Du sowohl körperlich als auch auf der zwischenmenschlichen Ebene Interesse an ihm/ihr hast. Die Schmetterlinge im Bauch sind eindeutig wieder zum Leben erwacht und schwirren wild in Deinem Bauch herum. Nach der Ernüchterung des letzten Dates bist Du überglücklich, dass das offenbar noch möglich ist. Beflügelt gehst Du nach Hause. Als Du am nächsten Tag eine Nachricht von ihm/ihr bekommst, hüpft Dein Herz voller Freude. Doch dann der Schock: Er/Sie bedankt sich für den Abend – der Funke sei aber leider nicht richtig übergesprungen. Und in nur einer Sekunde werden all Deine Schwärmereien, Hoffnungen und Träume zerschmettert.
Sich selbst richtig einschätzen
So schwierig und schmerzhaft das auch ist: Du hast eine eindeutige Aussage und weißt, woran Du bist. Deine Enttäuschung geht davon aber natürlich nicht einfach so weg. Und leider gilt es wahrscheinlich auch, diese erst einmal anzunehmen und auszuhalten. Gegebenenfalls kannst Du allerdings versuchen, aus diesem Beispiel für zukünftige Verabredungen zu lernen. Hast Du Dich authentisch gezeigt, warst beim Date Du selbst und bist mit Dir soweit im Reinen? Dann nimm Dir die erteilte Abfuhr so wenig wie möglich zu Herzen. Man weiß nie, was letzten Endes dazu geführt hat. Und ein Mensch, der sich nicht für Dich entscheidet, kann leider (oder zum Glück!) wohl auch nicht Dein geeigneter Herzensmensch sein.
Eigene Authentizität reflektieren
Musst Du Dich aber vielleicht sogar an die eigene Nase fassen und eingestehen, dass auch Du, vor lauter Wunsch nach einer Beziehung, etwas zu dick aufgetragen hast? Oder fiel es Dir schwer, beim Treffen Du selbst zu sein? Hinterfrage, inwiefern Du es geschafft hast, Dir treu zu bleiben und ein ehrliches Bild von Dir zu vermitteln. Hast Du tatsächlich des Öfteren versucht, anders zu sein als Du eigentlich bist, dann könnte es wichtig sein, Dein Selbstwertgefühl zu stärken. Womöglich steckt der Glaubenssatz dahinter, dass Du so, wie Du bist, nicht liebenswert wärest. Doch versprochen: In Dich – so wie Du bist – wird sich irgendwann genau der richtige Mensch verlieben. Viel mehr als in eine aufgesetzte, scheinbar optimierte Version Deiner selbst.
Ungesunde Muster überwinden
Vielleicht kannst Du auch gewisse Wiederholungen in Deinem Dating-Verhalten beobachten. Fühlst Du Dich meist zu Menschen hingezogen, die Dir dann das Herz brechen? Und Kandidaten/-innen, die Dir ernsthaftes Interesse und Sicherheit signalisieren, lassen Dich kalt? Vermutlich wäre es dann hilfreich, Dein eigenes Bindungsmuster zu hinterfragen. Denn Vorsicht! Bauchkribbeln heißt nicht immer wahre Verliebtheit. Es kann, völlig unromantisch, auch davon kommen, dass wir etwas spüren, was wir vielleicht schon (zu) gut kennen: Unsicherheit. Eventuell lösen diese Dates einen körperlichen Anspannungs-Impuls aus, den wir fälschlicherweise als romantisches Herzklopfen interpretieren. Es kann also durchaus sein, dass Du eine Enttäuschung nach der anderen erlebst, weil Du (noch) eine fehlgeleitete Vorstellung davon hast, wie sich Zuneigung anfühlt. Und Dich damit selbst auf der Suche nach einem/einer kompatiblen Partner/-in sabotierst.
Wie kannst Du Dich vor Enttäuschungen schützen?
Einen wirklichen Schutz vor Enttäuschung beim Dating gibt es leider nicht. Mit jedem gescheiterten Dating-Versuch stirbt eine kleine Hoffnung und die Vorstellung, die Du von dem-/derjenigen und einem eventuellen gemeinsamen Leben hattest. Das können wir nicht verhindern. Und das tut auch weh. Achte aber darauf, dass Du durch die vielen schlechten Erfahrungen und den Herzschmerz, nicht zu negativ wirst. Dienlich ist es dabei, mit diesen enttäuschten Hoffnungen und Fehltritten bewusst umzugehen und herauszufinden, worauf Du Einfluss nehmen kannst.
Unzufriedenheit durch Idealisierung
Sei beispielsweise wachsam und idealisiere einen neuen Kontakt nicht von Anfang an zu sehr. Manchmal neigen wir dazu, unsere Träume, Wünsche und Hoffnungen auf eine Person zu projizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir dann vieles überinterpretieren und in Richtung unserer eigenen Vorstellung vom romantischen Traumpartner auslegen. Der reale Mensch, auf den wir dann letztendlich treffen, kann dem fast unmöglich gerecht werden. Logisch, oder?
Sehnsucht nach großen Gefühlen
Ein weiterer Fehler kann es sein, zu viel zu erwarten. Wenn er/sie Dich nicht gleich völlig umhaut, kann es gar nicht der oder die Richtige sein? Du erwartest Verliebtheit oder gar Liebe auf den ersten Blick und bist enttäuscht, wenn ihr womöglich erst einmal etwas Zeit zum Aufwärmen braucht? Klar, als Singles vermissen wir oft genau das: Die großen Gefühle. Das Bauchkribbeln. Und dennoch ist das ein Trugschluss. Erstens weißt Du jetzt ja schon, dass Schmetterlinge im Bauch sogar für ein bekanntes (wenig erfolgreiches) Beuteschema sprechen können. Und Zweitens entstehen Beziehungen nur selten auf Basis von Schockverliebtheit. Beziehung und Liebe brauchen Zeit. Gefühle wachsen. Gib das nächste Mal also Deinem Date die Chance, Euch in Ruhe und ohne Druck näherzukommen. Denn kommt das Bachkribbeln etwas später, bedeutet das nicht, dass es nicht genauso schön ist – und vielleicht sogar für immer hält.
Unrealistische Ansprüche
Potenzielle Partner/-innen vorschnell auszusortieren, kann außerdem auch ein Schutzmechanismus sein. Besonders, wenn Dir oft das Herz gebrochen oder falsche Versprechungen gemacht wurden, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du Dich unterbewusst gar nicht mehr wirklich öffnen möchtest. Weil Du erwartest, verletzt zu werden. Jede Kleinigkeit, die nicht zu passen scheint, wird somit als Bestätigung dafür gewertet, dass etwas nicht stimmt. Nicht selten haben Singles dann wahnwitzige Listen, was der/die zukünftige Partner/-in alles erfüllen sollte. Und sieben demnach blitzschnell aus. Hast vielleicht auch Du so eine Liste? Dann sei ganz ehrlich mit Dir: Benutzt Du diese anscheinend so wichtigen Punkte eventuell, um Menschen von Dir fernzuhalten? Damit keine Liebeskummer-Gefahr besteht? Besonders, wenn Du viel Zurückweisung und Schmerz erfahren hast, solltest Du aufpassen, nicht zu hart zu werden. Und gesunde, vielversprechende Kontakte nicht vorschnell aufgrund von fehlgeleiteten, zu hohen Ansprüchen abzuwimmeln.
Was wirklich zählt
Was Dir dahingegen absolut dienen kann, ist ein gutes Bewusstsein dafür, was Du in einer Beziehung tatsächlich brauchst und Dir von einem potenziellen Partner wünschst. Dabei geht es aber eben nicht um sabotierende, eigentlich irrelevante Sachen wie beispielsweise, welches Auto er/sie fährt oder wie er/sie die Wäsche faltet. Es geht um Deine Grundbedürfnisse in einer Beziehung – und in der Kennenlernphase. Damit wirst Du toxische Verbindungen schneller erkennen und lösen können. Klar, manches kannst Du nicht kontrollieren. Hast Du allerdings erst einmal verinnerlicht, dass Du Dir von einem (potenziellen) Partner etwa Sicherheit und Geborgenheit wünschst, dann findest Du auch schnell heraus, dass jemand, der/die sich nur sporadisch bei Dir meldet und Dich nicht wertschätzt, ganz sicher nicht Dein/e ideale/r Partner/-in ist.
Offene Kommunikation von Anfang an
Weißt Du, was Dir wichtig ist, dann solltest Du das auch gleich von Beginn an kommunizieren. Und Deinem Gegenüber vermitteln, wie wichtig Dir Authentizität ist. Schaffe Klarheit, um Enttäuschungen vorzubeugen. Es kommt nicht darauf an, Euch einander zu beweisen, was für tolle Partner/-innen Ihr sein könnt, sondern darum, Euch wirklich kennenzulernen. Wenn Ihr von Anfang an offen darüber sprecht oder schreibt, dann werden wesentlich weniger Abweichungen und somit Enttäuschungen bei einem ersten Date auf Euch warten. Überlege außerdem, welches Dating-Format für Dich denn am besten funktioniert. Bist Du immer wieder frustriert, wenn sich die über Nachrichten aufgebaute Verbindung letztlich nicht bei den persönlichen Treffen vertiefen lässt? Wie wäre es dann beispielsweise, durch ein Hobby oder beim Speeddating neue Leute kennenzulernen? Beim Online Dating könntest Du wiederum frühzeitige Treffen arrangieren, damit Ihr beide gar nicht erst in Versuchung kommt, ein beschönigtes Idealbild vermitteln zu wollen. Sprichst Du das auch noch völlig offen an, ist der erste Schritt für ein authentisches und chancenreiches Kennenlernen schon getan.
Wenn es nicht klappt
Gab es aber einfach zu viele Enttäuschungen und unangenehme Dates, sodass Du momentan gar nicht mehr unbelastet daten kannst, dann gönn Dir eine kleine Auszeit. Konzentriere Dich erst mal nur auf Dich und gib Dir Zeit, die enttäuschenden Erfahrungen richtig zu verarbeiten und Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Schließlich bringt es nichts, Dich zu sehr unter Druck zu setzen. Schaffst Du das nicht alleine, sind unsere Berater/-innen jederzeit für Dich da!
Fühlst Du Dich dem Dating-Wahnsinn jedoch gewachsen, dann sollst Du natürlich nicht darauf verzichten. Blicke doch statt in den Spiegel dann einfach nochmal in Dein Innerstes, bevor Du zu Deiner Verabredung gehst – mach Dir bewusst, was Du willst. Sei Du selbst und dann: Auf geht’s!
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