Es sollte doch nur unverbindlicher Spaß sein. Ein bisschen Kribbeln für zwischendurch. Aber jetzt merkst Du, dass Du seltsam wehmütig wirst, als er/sie nach eurer gemeinsamen Nacht schließlich beginnt aufzubrechen. Dabei wisst Ihr beide, womöglich sogar unausgesprochen, was das war. Nämlich ein One-Night-Stand. Keine Verpflichtungen. Einfach nur Sex. Warum fühlt sich das jetzt aber so falsch an? Am liebsten würdest Du ihn/sie jetzt aufhalten und noch länger eng umschlungen im Bett liegen bleiben.
Bemerkst Du nach einer als unverbindlich gedachten Liebelei, dass Du womöglich mehr empfindest und Dich vielleicht sogar verliebt hast, dann verurteilst und schämst Du Dich schlimmstenfalls eventuell sogar ein wenig. Insbesondere, wenn die Umstände eigentlich klar besprochen waren. Aber wie es in der Liebe nun mal ist, können wir so etwas manchmal eben nicht beeinflussen. Möglicherweise hast Du jetzt die Hoffnung, dass Dein/e Partner/-in für (eigentlich) eine Nacht ähnlich fühlt. Immerhin hattet Ihr doch eine wirklich gute Zeit miteinander. Könntest Du es demnach sogar wagen, ihn/sie zu fragen, ob Ihr Euch entgegen aller Spielregeln wiedersehen wollt?
Potenzial für mehr?
Erst einmal Deine Gefühle ordnen
Womöglich war der gestrige Abend ganz anders geplant. Du wolltest früh von der Party Deiner Kollegin nach Hause gehen, Dir noch etwas Leckeres zu essen bestellen und auf dem Sofa gemütlich Deine Lieblingsserie ansehen. Doch dann stand er/sie plötzlich vor Dir und es hat Dir komplett den Atem verschlagen. Die Anziehung war sofort spürbar. Und so leerte sich vielleicht ein Sektglas nach dem anderen, während Ihr verboten aufregende Blicke ausgetauscht und schamlos geflirtet habt. Wo das endete, wissen wir ja bereits. Wenn Du jetzt immer noch dermaßen verzückt bist, muss das, was dort zwischen Euch passiert ist, wohl ebenfalls ziemlich aufregend und schamlos gewesen sein.
Verliebt in den Kick?
Besonders, wenn es zwischen Euch so heftig gefunkt hat, dass sich bereits auf der Veranstaltung wilde Fantasien in Deinem Kopf abgespielt haben, solltest Du Dir jetzt einen Moment Zeit nehmen und alles nochmal Revue passieren lassen. Was war an diesem Abend, an dieser Begegnung so besonders? Natürlich kann es durchaus sein, dass Deine Bekanntschaft Dich wirklich komplett aus den Socken gehauen hat. Nicht selten jedoch steckt noch etwas anderes dahinter. Vielleicht fandst Du es toll, wie Du Dich gefühlt hast. Wie aufregend der Abend war und wie frei Du warst. Gerade die Aufregung und Unverbindlichkeiteines One-Night-Stands können uns einen ganz schönen Kick geben. Hinterfrage also, ob nicht vielleicht sogar Du selbst Dich so aus den Socken gehauen hast. Hast Du Dich vielleicht mehr noch in diese mutige, aufregende und unbeschwerte Version Deiner selbst, die Du letzte Nacht erkunden durftest, verliebt, als in den/die verführerische/n Unbekannte/n?
Derzeitige Verfassung
Solltest Du momentan außerdem in einer emotional herausfordernden Phase stecken, dann sei bitte besonders vorsichtig. Du bist schon lange Single und verzehrst Dich förmlich nach Nähe und Streicheleinheiten? Oder es geht Dir derzeit insgesamt eher schlecht, Dein Leben läuft nicht, wie Du es Dir erhofft hättest, und/oder vielleicht hat Dich sogar ein Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen? Bitte pass dann sehr gut auf Dich und Dein Herz auf! Leider neigen wir nämlich dazu, in einer mental schlechten Verfassung extrem auf (emotionale) Höhepunkte zu reagieren. Infolgedessen könnte es auch sein, dass Dir Dein Geist tatsächlich einen Streich spielt und sich, so gemein es klingt, einfach an den/die Nächstbeste/n klammert. Vor lauter Hoffnung, in diesem Menschen die Lösung aller Probleme und das Ende Deiner seelischen Schmerzen gefunden zu haben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du gerade nicht klarsehen kannst. Nur leider nicht vor Liebe, sondern aus Bedürftigkeit. Diese Nacht Geborgenheit in den Armen eines/einer Fremden zu finden, hat Dir wahrscheinlich viel bedeutet. Versuche in diesem Fall, stark zu bleiben und Dir in erster Linie Unterstützung von Freunden und Familie oder auch professionelle Hilfe zu holen. Es gilt zuallererst einmal, es aus Deinem emotionalen Loch herauszuschaffen. Hast Du dann immer noch das Gefühl, er oder sie könnte Dein/e Partner/-in fürs Leben sein, wird sich sicherlich ein Weg finden, Kontakt zu ihm/ihr aufzunehmen– und Du kannst frisch gestärkt und auch gleich viel entspannter in ein mögliches Kennenlernen starten.
Hormonelle Reaktion
Falls Deine Hormone im Rausch der letzten Nacht noch vollkommen durcheinander sind, dann lass Dir ebenfalls etwas Zeit. Auch wenn Du die Schmetterlinge in Deinem Bauch vermeintlich schon wild umherschwirren fühlst und Dir nach großen Liebesschwüren und Tagträumen von Mr./Mrs. One-Night-Stand ist: Unterschätze nicht, in welcher hormonellen Ausnahmesituation Dein Körper gerade steckt. Eine Nacht so voller Intimitäten geht an Deinem Hormonhaushalt nicht einfach vorbei. Gib Dir also die Zeit, wieder einigermaßen zum Normalzustand zurückzukehren. Und wenn Du ihn/sie dann immer noch so toll und unwiderstehlich findest? Umso besser!
Sprichwörtlicher Gefühlsrausch?
Wachst Du nicht nur mit enormen Glücksgefühlen, sondern auch mit Kopfschmerzen auf, stellt sich die Frage, inwiefern Dein Einschätzungsvermögen durch Alkohol (oder andere Drogen) beeinträchtigt war. Könnte es sein, dass Ihr beide ziemlich betrunken wart und Du Dir somit gar kein richtiges Bild von der Persönlichkeit Deines Schwarms machen konntest? Und er/sie sich bei einem Wiedersehen eher als Enttäuschung Deiner, nach Eurem (feuchtfröhlichen) Abend etwas zu hoch angesetzten, Maßstäbe entpuppt? Deshalb bitte Vorsicht bei sexuellen Abenteuern unter Einfluss von (zu viel) Alkohol oder anderen Substanzen! Ansonsten könntest Du im schlimmsten Fall die Auswahl Deines/Deiner Bettpartners/-in am nächsten Tag bereuen.
Realistisch bleiben
Hast Du ihn/sie an besagtem Abend erst kennengelernt, solltest Du Dir außerdem vor Augen führen, dass das Gefühl, diese Person zu kennen, vermutlich eher ein Irrglaube ist. Klar, Kribbeln kann es trotzdem. Doch besonders da die Unverbindlichkeit maßgeblich den Reiz eines One-Night-Stands ausmacht, ist fragwürdig, ob man sich wirklich authentisch begegnet. Schließlich bleiben wir uns dann nicht selten, trotz all der körperlichen Nähe, einander fremd. Bei einer Nacht wie dieser blenden wir meist den Alltag und unsere Probleme aus. Genau das macht es ja mitunter so besonders. Wir können eine Version unserer selbst sein, die imwahren Leben womöglich gar nicht wirklich existiert. Denk bitte nochmal nach – trifft das vielleicht auch auf Dich zu? Konnte Dein/e Sexpartner/-in denn überhaupt einen realistischen Eindruck von Dir bekommen? Darüber hinaus tauschen wir uns bei einer solchen Liebelei eher selten über unsere Lebensumstände aus. Das würde doch die ganze Spannung nehmen, oder? Vielleicht gibt es auch da vieles, was Du nicht weißt. Und was womöglich so gar nicht zu dem Bild passt, das Du in dieser Wahnsinns-Nacht von ihm/ihr hattest. Statt erfolgreiche/r Unternehmer/-in zu sein, ist momentan beruflich vielleicht totale Flaute. Oder aber zuhause wartet doch ein/e Ehemann/Ehefrau. Immerhin sind die Anonymität und Unverbindlichkeit eines One-Night-Stands perfekt, um mal aus dem tristen (Beziehungs-)Alltag auszubrechen.
Es hat gefunkt
Doch genug schwarzgemalt. Spielen Deine Gefühle immer noch verrückt und Du bist sicher, Dein Interesse an ihm/ihr ist aufrichtig, dann solltest Du vielleicht einfach etwas riskieren. Es gibt genügend Beziehungen, die genau auf diesem Weg entstanden sind. Oft trauen sich beide Seiten aber erst einmal nicht, das gegenseitige Interesse offen anzusprechen. Denn unausgesprochene Regel eines One-Night-Stands ist es nun mal, dass niemand auf mehr hoffen sollte, sondern man für eine Nacht eine rein körperliche Verbindung hatte. Möglicherweise fällt es auch Dir deshalb schwer, einzuschätzen, wie Du Dich verhalten sollst. Wahrscheinlich willst Du nicht aufdringlich sein und schämst Dich eventuell sogar für Deine Gefühle. Zum Glück gibt es ein paar Punkte, an denen Du zunächst einmal grob abschätzen kannst, ob Dein Interesse erwidert werden könnte.
Auf einer Wellenlänge
Entscheidend ist mitunter, ob und wie Ihr Euch während Eures gemeinsamen Abenteuers ausgetauscht habt. Nein, wir sprechen hier nicht von Zärtlichkeiten, sondern dem Austausch in Form von Gesprächen. Ist Eure Anziehung rein körperlicher Natur, dann habt Ihr ansonsten vermutlich nicht sonderlich viel und keine allzu persönlichen Informationen ausgetauscht. In diesem Fall stehen die Chancen leider eher schlecht, dass er/sie romantisches Interesse an Dir hat. Habt Ihr Euch aber angeregt unterhalten und konntet über verschiedenste Themen sprechen, ist das durchaus ein gutes Zeichen. Klar, im Trubel einer Party lässt es sich vielleicht nicht gleich auf tieferer Ebene unterhalten. Doch spätestens, sobald Ihr alleine wart, wird sich offenbart haben, wie gut Ihr harmoniert. Interessante Gespräche vor, zwischen und nach dem Sex sind also ein gutes Zeichen!
Nähe und Kuscheln
Eine ziemlich klare Botschaft ist es natürlich, wenn sich Deine Bekanntschaft nach dem Vergnügen sofort wortkarg aus dem Staub macht. Die große Liebe ist es dann wohl eher nicht. Aber ebenso kann es andersherum durchaus ein positives Zeichen sein. Besonders dann, wenn er/sie während der gemeinsamen Zeit vermehrt Deine Nähe sucht. Kuschelt sie sich vielleicht in Deine Arme? Oder er massiert Dir mit Hingabe die Schultern? Okay, zugegeben: Landet Ihr dadurch bei der nächsten leidenschaftlichen Runde, könnte das durchaus rein körperlich gemeint sein. Doch vor allem Intimitäten wie zum Beispiel Kuscheln oder – die schönste Kombination – sich in den Armen liegen und dabei stundenlang unterhalten, schaffen auf jeden Fall auch emotionale Nähe. Eine Nähe, die jemand, der so gar kein Interesse an Dir hat, wahrscheinlich eher nicht suchen würde.
Zusammen aufwachen
Hattet Ihr eine sehr intensive Zeit miteinander und er/sie verabschiedet sich, ohne in Erwägung zu ziehen, neben Dir einzuschlafen? Das muss nicht gleich bedeuten, dass er/sie nicht bleiben möchte. Es kann sein, dass er/sie einfach nicht zu aufdringlich sein will. Immerhin weiß auch Dein Gegenüber nicht, ob Du lediglich unverbindlichen Spaß wolltest und Dich von seinem/ihrem Bleiben belästigt fühlst. Sprecht Ihr Euch hingegen ab oder entscheidet ohne Worte, die ganze Nacht miteinander zu verbringen, kann das durchaus eine Erfahrung sein, die eine Bindung schafft. Man schläft zumindest nicht neben jedem/jeder ein. Gibt es dann auch noch kein unangenehmes Erwachen oder peinliches Schweigen am nächsten Morgen, sondern Ihr kuschelt Euch beinahe vertraut noch einmal aneinander und führt letztlich sogar Eure schönen Gespräche beim Frühstück fort? Dann könnte Euer aufregender One-Night-Stand vielleicht der Anfang einer romantischen Kennenlernphase sein.
Abschied oder auf Wiedersehen?
Doch irgendwann kommt der Moment: Ihr müsst Euch verabschieden. Möglicherweise ist das sogar der unangenehmste Teil. Denn gerade jetzt ist die Unsicherheit beiderseits oft groß. Wie soll man sich verhalten? Umarmung oder Kuss? Was erwartet der/die andere? Tausend Gedanken gehen einem in diesem Moment durch den Kopf. Einerseits möchte man vermutlich nach so einer „einmaligen“ Sache nicht zu gefühlsduselig wirken und gleichzeitig dem Gegenüber dennoch ein gutes Gefühl geben.
Ist Dein Schwarm nicht weiter an Dir interessiert, wird die Verabschiedung vermutlich höflich, aber distanziert ausfallen. Fragt er/sie nach Deiner Nummer oder hinterlässt die eigene, ist das ein klares Signal für Interesse an einem weiteren Kennenlernen. Oder dass er/sie zumindest Eure leidenschaftliche, sexuelle Begegnung gerne wiederholen möchte. Subtiler sind dahingegen beispielsweise „vergessene“ Sachen oder Ähnliches. Er/Sie könnte damit einen Anlass schaffen wollen, weshalb man sich wiedersehen „muss“. Bitte aber nicht in Kleinigkeiten zu viel hineininterpretieren. Es ist eigentlich ganz einfach: Besteht beiderseits Interesse, werdet Ihr ganz sicher einen Weg finden, Euch wiederzusehen. Vermeidet bestenfalls Spielchen und legt Eure Karten offen, dann ist die Sache halb so kompliziert.
Juhu, er/sie meldet sich!
Hast Du ein paar Tage später eine Nachricht von ihm/ihr auf Deinem Handy? Deine Kollegin, auf deren Party Ihr wart, fragt Dich, ob sie den Kontakt zwischen Euch herstellen darf, oder er/sie folgt Dir plötzlich bei Instagram? Nun, dann ist die Sache wohl klar. Mehr Interesse signalisieren geht kaum.
Vertrau Dir selbst
Im Allgemeinen solltest Du gut in Dich hineinspüren, dabei jedoch auch die äußeren Umstände betrachten. Dann fühlst Du sicherlich schon ganz gut, ob auch er/sie sich mehr vorstellen könnte. Rein an mutmaßlichen Fakten oder Signalen lässt sich das nun mal schwer ablesen. Beispielsweise könnte er/sie ja auch nur bei Dir übernachten, weil keine Bahn mehr fährt, wirklich zu viel Alkohol im Spiel war oder aus reiner Höflichkeit. Die Hoffnung, dass die Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, würde in diesem Fall natürlich enttäuscht werden. Andersherum könnte er/sie sich zwar recht früh verabschieden, um Dich zu nichts zu drängen – Dich aber deutlich spüren lassen, dass er/sie Dich wiedersehen möchte. Bist Du aufmerksam, wirst Du auf jeden Fall zumindest vermuten können, in welche Richtung seine/ihre Gefühlslage geht.
Ein Zeichen geben
Bist Du übrigens in der Position, dass Du in der Wohnung Deiner Liebschaft gelandet bist, gilt auch hier, achtsam zu sein. Achte gut darauf, welche Botschaften Dir gesendet werden. Dann spürst Du auch, wann es an der Zeit ist, zu gehen – oder eben auch nicht. Bist Du Dir nicht ganz sicher, dann versuche, nicht zu aufdringlich zu sein und dennoch klare Signale zu senden. Gehe beispielsweise lieber etwas früher, aber hinterlasse ihm/ihr davor vielleicht Deine Nummer auf einem Zettel. Dann kann er/sie den Kontakt suchen, falls Interesse besteht und es entstehen keine unangenehmen Situationen. Genauso kannst Du ihm so einen Zettel übrigens auch bei der Verabschiedung an Deiner Tür ganz zwanglos in die Hand geben – damit ist der erste Schritt, um die Befangenheit zu brechen, auf jeden Fall getan!
Sei mutig
Anstatt also passiv zu bleiben und darauf zu warten, dass Dein One-Night-Stand Dir eindeutig zeigt, ob aus Eurer Begegnung mehr werden kann, ist es manchmal sogar leichter, wenn Du das Ganze selbst in die Hand nimmst. Ja, auch wenn es Überwindung kostet. Was hast Du zu verlieren? Bist Du Dir erst einmal sicher, dass Du Dich in diesen Menschen verknallt hast (und nicht in eine Fantasie oder das Gefühl, das Dir Eure gemeinsame Nacht gegeben hat), dann steh dazu! Mehr als eine direkte Abfuhr oder dass er/sie sich – trotz hinterlassener Nummer – nicht bei Dir meldet, kann nicht passieren. Besser, als Dich immer und immer wieder zu fragen, ob sich mehr daraus hätte entwickeln können, oder?
Sicherheit gewinnen
Grübelst Du hin und her und traust Dich einfach nicht, Dich auch jetzt im Nachhinein vielleicht noch bei ihm/ihr zu melden, dann wende Dich gerne an unsere Berater/-innen. Sie können Dir helfen, Dir über die Situation womöglich noch einmal klarer zu werden und vielleicht ja denMut zu finden und den ersten Schritt zu wagen. Wer weiß, eventuell steht die große Liebe damit schon bald (wieder) vor Deiner Tür. Und bleibt von da an jede Nacht.
Verliebt in den One-Night-Stand
Verliebt in den One-Night-Stand
Was nun?
Es sollte doch nur unverbindlicher Spaß sein. Ein bisschen Kribbeln für zwischendurch. Aber jetzt merkst Du, dass Du seltsam wehmütig wirst, als er/sie nach eurer gemeinsamen Nacht schließlich beginnt aufzubrechen. Dabei wisst Ihr beide, womöglich sogar unausgesprochen, was das war. Nämlich ein One-Night-Stand. Keine Verpflichtungen. Einfach nur Sex. Warum fühlt sich das jetzt aber so falsch an? Am liebsten würdest Du ihn/sie jetzt aufhalten und noch länger eng umschlungen im Bett liegen bleiben.
Bemerkst Du nach einer als unverbindlich gedachten Liebelei, dass Du womöglich mehr empfindest und Dich vielleicht sogar verliebt hast, dann verurteilst und schämst Du Dich schlimmstenfalls eventuell sogar ein wenig. Insbesondere, wenn die Umstände eigentlich klar besprochen waren. Aber wie es in der Liebe nun mal ist, können wir so etwas manchmal eben nicht beeinflussen. Möglicherweise hast Du jetzt die Hoffnung, dass Dein/e Partner/-in für (eigentlich) eine Nacht ähnlich fühlt. Immerhin hattet Ihr doch eine wirklich gute Zeit miteinander. Könntest Du es demnach sogar wagen, ihn/sie zu fragen, ob Ihr Euch entgegen aller Spielregeln wiedersehen wollt?
Potenzial für mehr?
Erst einmal Deine Gefühle ordnen
Womöglich war der gestrige Abend ganz anders geplant. Du wolltest früh von der Party Deiner Kollegin nach Hause gehen, Dir noch etwas Leckeres zu essen bestellen und auf dem Sofa gemütlich Deine Lieblingsserie ansehen. Doch dann stand er/sie plötzlich vor Dir und es hat Dir komplett den Atem verschlagen. Die Anziehung war sofort spürbar. Und so leerte sich vielleicht ein Sektglas nach dem anderen, während Ihr verboten aufregende Blicke ausgetauscht und schamlos geflirtet habt. Wo das endete, wissen wir ja bereits. Wenn Du jetzt immer noch dermaßen verzückt bist, muss das, was dort zwischen Euch passiert ist, wohl ebenfalls ziemlich aufregend und schamlos gewesen sein.
Verliebt in den Kick?
Besonders, wenn es zwischen Euch so heftig gefunkt hat, dass sich bereits auf der Veranstaltung wilde Fantasien in Deinem Kopf abgespielt haben, solltest Du Dir jetzt einen Moment Zeit nehmen und alles nochmal Revue passieren lassen. Was war an diesem Abend, an dieser Begegnung so besonders? Natürlich kann es durchaus sein, dass Deine Bekanntschaft Dich wirklich komplett aus den Socken gehauen hat. Nicht selten jedoch steckt noch etwas anderes dahinter. Vielleicht fandst Du es toll, wie Du Dich gefühlt hast. Wie aufregend der Abend war und wie frei Du warst. Gerade die Aufregung und Unverbindlichkeit eines One-Night-Stands können uns einen ganz schönen Kick geben. Hinterfrage also, ob nicht vielleicht sogar Du selbst Dich so aus den Socken gehauen hast. Hast Du Dich vielleicht mehr noch in diese mutige, aufregende und unbeschwerte Version Deiner selbst, die Du letzte Nacht erkunden durftest, verliebt, als in den/die verführerische/n Unbekannte/n?
Derzeitige Verfassung
Solltest Du momentan außerdem in einer emotional herausfordernden Phase stecken, dann sei bitte besonders vorsichtig. Du bist schon lange Single und verzehrst Dich förmlich nach Nähe und Streicheleinheiten? Oder es geht Dir derzeit insgesamt eher schlecht, Dein Leben läuft nicht, wie Du es Dir erhofft hättest, und/oder vielleicht hat Dich sogar ein Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen? Bitte pass dann sehr gut auf Dich und Dein Herz auf! Leider neigen wir nämlich dazu, in einer mental schlechten Verfassung extrem auf (emotionale) Höhepunkte zu reagieren. Infolgedessen könnte es auch sein, dass Dir Dein Geist tatsächlich einen Streich spielt und sich, so gemein es klingt, einfach an den/die Nächstbeste/n klammert. Vor lauter Hoffnung, in diesem Menschen die Lösung aller Probleme und das Ende Deiner seelischen Schmerzen gefunden zu haben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du gerade nicht klarsehen kannst. Nur leider nicht vor Liebe, sondern aus Bedürftigkeit. Diese Nacht Geborgenheit in den Armen eines/einer Fremden zu finden, hat Dir wahrscheinlich viel bedeutet. Versuche in diesem Fall, stark zu bleiben und Dir in erster Linie Unterstützung von Freunden und Familie oder auch professionelle Hilfe zu holen. Es gilt zuallererst einmal, es aus Deinem emotionalen Loch herauszuschaffen. Hast Du dann immer noch das Gefühl, er oder sie könnte Dein/e Partner/-in fürs Leben sein, wird sich sicherlich ein Weg finden, Kontakt zu ihm/ihr aufzunehmen– und Du kannst frisch gestärkt und auch gleich viel entspannter in ein mögliches Kennenlernen starten.
Hormonelle Reaktion
Falls Deine Hormone im Rausch der letzten Nacht noch vollkommen durcheinander sind, dann lass Dir ebenfalls etwas Zeit. Auch wenn Du die Schmetterlinge in Deinem Bauch vermeintlich schon wild umherschwirren fühlst und Dir nach großen Liebesschwüren und Tagträumen von Mr./Mrs. One-Night-Stand ist: Unterschätze nicht, in welcher hormonellen Ausnahmesituation Dein Körper gerade steckt. Eine Nacht so voller Intimitäten geht an Deinem Hormonhaushalt nicht einfach vorbei. Gib Dir also die Zeit, wieder einigermaßen zum Normalzustand zurückzukehren. Und wenn Du ihn/sie dann immer noch so toll und unwiderstehlich findest? Umso besser!
Sprichwörtlicher Gefühlsrausch?
Wachst Du nicht nur mit enormen Glücksgefühlen, sondern auch mit Kopfschmerzen auf, stellt sich die Frage, inwiefern Dein Einschätzungsvermögen durch Alkohol (oder andere Drogen) beeinträchtigt war. Könnte es sein, dass Ihr beide ziemlich betrunken wart und Du Dir somit gar kein richtiges Bild von der Persönlichkeit Deines Schwarms machen konntest? Und er/sie sich bei einem Wiedersehen eher als Enttäuschung Deiner, nach Eurem (feuchtfröhlichen) Abend etwas zu hoch angesetzten, Maßstäbe entpuppt? Deshalb bitte Vorsicht bei sexuellen Abenteuern unter Einfluss von (zu viel) Alkohol oder anderen Substanzen! Ansonsten könntest Du im schlimmsten Fall die Auswahl Deines/Deiner Bettpartners/-in am nächsten Tag bereuen.
Realistisch bleiben
Hast Du ihn/sie an besagtem Abend erst kennengelernt, solltest Du Dir außerdem vor Augen führen, dass das Gefühl, diese Person zu kennen, vermutlich eher ein Irrglaube ist. Klar, Kribbeln kann es trotzdem. Doch besonders da die Unverbindlichkeit maßgeblich den Reiz eines One-Night-Stands ausmacht, ist fragwürdig, ob man sich wirklich authentisch begegnet. Schließlich bleiben wir uns dann nicht selten, trotz all der körperlichen Nähe, einander fremd. Bei einer Nacht wie dieser blenden wir meist den Alltag und unsere Probleme aus. Genau das macht es ja mitunter so besonders. Wir können eine Version unserer selbst sein, die im wahren Leben womöglich gar nicht wirklich existiert. Denk bitte nochmal nach – trifft das vielleicht auch auf Dich zu? Konnte Dein/e Sexpartner/-in denn überhaupt einen realistischen Eindruck von Dir bekommen? Darüber hinaus tauschen wir uns bei einer solchen Liebelei eher selten über unsere Lebensumstände aus. Das würde doch die ganze Spannung nehmen, oder? Vielleicht gibt es auch da vieles, was Du nicht weißt. Und was womöglich so gar nicht zu dem Bild passt, das Du in dieser Wahnsinns-Nacht von ihm/ihr hattest. Statt erfolgreiche/r Unternehmer/-in zu sein, ist momentan beruflich vielleicht totale Flaute. Oder aber zuhause wartet doch ein/e Ehemann/Ehefrau. Immerhin sind die Anonymität und Unverbindlichkeit eines One-Night-Stands perfekt, um mal aus dem tristen (Beziehungs-)Alltag auszubrechen.
Es hat gefunkt
Doch genug schwarzgemalt. Spielen Deine Gefühle immer noch verrückt und Du bist sicher, Dein Interesse an ihm/ihr ist aufrichtig, dann solltest Du vielleicht einfach etwas riskieren. Es gibt genügend Beziehungen, die genau auf diesem Weg entstanden sind. Oft trauen sich beide Seiten aber erst einmal nicht, das gegenseitige Interesse offen anzusprechen. Denn unausgesprochene Regel eines One-Night-Stands ist es nun mal, dass niemand auf mehr hoffen sollte, sondern man für eine Nacht eine rein körperliche Verbindung hatte. Möglicherweise fällt es auch Dir deshalb schwer, einzuschätzen, wie Du Dich verhalten sollst. Wahrscheinlich willst Du nicht aufdringlich sein und schämst Dich eventuell sogar für Deine Gefühle. Zum Glück gibt es ein paar Punkte, an denen Du zunächst einmal grob abschätzen kannst, ob Dein Interesse erwidert werden könnte.
Auf einer Wellenlänge
Entscheidend ist mitunter, ob und wie Ihr Euch während Eures gemeinsamen Abenteuers ausgetauscht habt. Nein, wir sprechen hier nicht von Zärtlichkeiten, sondern dem Austausch in Form von Gesprächen. Ist Eure Anziehung rein körperlicher Natur, dann habt Ihr ansonsten vermutlich nicht sonderlich viel und keine allzu persönlichen Informationen ausgetauscht. In diesem Fall stehen die Chancen leider eher schlecht, dass er/sie romantisches Interesse an Dir hat. Habt Ihr Euch aber angeregt unterhalten und konntet über verschiedenste Themen sprechen, ist das durchaus ein gutes Zeichen. Klar, im Trubel einer Party lässt es sich vielleicht nicht gleich auf tieferer Ebene unterhalten. Doch spätestens, sobald Ihr alleine wart, wird sich offenbart haben, wie gut Ihr harmoniert. Interessante Gespräche vor, zwischen und nach dem Sex sind also ein gutes Zeichen!
Nähe und Kuscheln
Eine ziemlich klare Botschaft ist es natürlich, wenn sich Deine Bekanntschaft nach dem Vergnügen sofort wortkarg aus dem Staub macht. Die große Liebe ist es dann wohl eher nicht. Aber ebenso kann es andersherum durchaus ein positives Zeichen sein. Besonders dann, wenn er/sie während der gemeinsamen Zeit vermehrt Deine Nähe sucht. Kuschelt sie sich vielleicht in Deine Arme? Oder er massiert Dir mit Hingabe die Schultern? Okay, zugegeben: Landet Ihr dadurch bei der nächsten leidenschaftlichen Runde, könnte das durchaus rein körperlich gemeint sein. Doch vor allem Intimitäten wie zum Beispiel Kuscheln oder – die schönste Kombination – sich in den Armen liegen und dabei stundenlang unterhalten, schaffen auf jeden Fall auch emotionale Nähe. Eine Nähe, die jemand, der so gar kein Interesse an Dir hat, wahrscheinlich eher nicht suchen würde.
Zusammen aufwachen
Hattet Ihr eine sehr intensive Zeit miteinander und er/sie verabschiedet sich, ohne in Erwägung zu ziehen, neben Dir einzuschlafen? Das muss nicht gleich bedeuten, dass er/sie nicht bleiben möchte. Es kann sein, dass er/sie einfach nicht zu aufdringlich sein will. Immerhin weiß auch Dein Gegenüber nicht, ob Du lediglich unverbindlichen Spaß wolltest und Dich von seinem/ihrem Bleiben belästigt fühlst. Sprecht Ihr Euch hingegen ab oder entscheidet ohne Worte, die ganze Nacht miteinander zu verbringen, kann das durchaus eine Erfahrung sein, die eine Bindung schafft. Man schläft zumindest nicht neben jedem/jeder ein. Gibt es dann auch noch kein unangenehmes Erwachen oder peinliches Schweigen am nächsten Morgen, sondern Ihr kuschelt Euch beinahe vertraut noch einmal aneinander und führt letztlich sogar Eure schönen Gespräche beim Frühstück fort? Dann könnte Euer aufregender One-Night-Stand vielleicht der Anfang einer romantischen Kennenlernphase sein.
Abschied oder auf Wiedersehen?
Doch irgendwann kommt der Moment: Ihr müsst Euch verabschieden. Möglicherweise ist das sogar der unangenehmste Teil. Denn gerade jetzt ist die Unsicherheit beiderseits oft groß. Wie soll man sich verhalten? Umarmung oder Kuss? Was erwartet der/die andere? Tausend Gedanken gehen einem in diesem Moment durch den Kopf. Einerseits möchte man vermutlich nach so einer „einmaligen“ Sache nicht zu gefühlsduselig wirken und gleichzeitig dem Gegenüber dennoch ein gutes Gefühl geben.
Ist Dein Schwarm nicht weiter an Dir interessiert, wird die Verabschiedung vermutlich höflich, aber distanziert ausfallen. Fragt er/sie nach Deiner Nummer oder hinterlässt die eigene, ist das ein klares Signal für Interesse an einem weiteren Kennenlernen. Oder dass er/sie zumindest Eure leidenschaftliche, sexuelle Begegnung gerne wiederholen möchte. Subtiler sind dahingegen beispielsweise „vergessene“ Sachen oder Ähnliches. Er/Sie könnte damit einen Anlass schaffen wollen, weshalb man sich wiedersehen „muss“. Bitte aber nicht in Kleinigkeiten zu viel hineininterpretieren. Es ist eigentlich ganz einfach: Besteht beiderseits Interesse, werdet Ihr ganz sicher einen Weg finden, Euch wiederzusehen. Vermeidet bestenfalls Spielchen und legt Eure Karten offen, dann ist die Sache halb so kompliziert.
Juhu, er/sie meldet sich!
Hast Du ein paar Tage später eine Nachricht von ihm/ihr auf Deinem Handy? Deine Kollegin, auf deren Party Ihr wart, fragt Dich, ob sie den Kontakt zwischen Euch herstellen darf, oder er/sie folgt Dir plötzlich bei Instagram? Nun, dann ist die Sache wohl klar. Mehr Interesse signalisieren geht kaum.
Vertrau Dir selbst
Im Allgemeinen solltest Du gut in Dich hineinspüren, dabei jedoch auch die äußeren Umstände betrachten. Dann fühlst Du sicherlich schon ganz gut, ob auch er/sie sich mehr vorstellen könnte. Rein an mutmaßlichen Fakten oder Signalen lässt sich das nun mal schwer ablesen. Beispielsweise könnte er/sie ja auch nur bei Dir übernachten, weil keine Bahn mehr fährt, wirklich zu viel Alkohol im Spiel war oder aus reiner Höflichkeit. Die Hoffnung, dass die Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, würde in diesem Fall natürlich enttäuscht werden. Andersherum könnte er/sie sich zwar recht früh verabschieden, um Dich zu nichts zu drängen – Dich aber deutlich spüren lassen, dass er/sie Dich wiedersehen möchte. Bist Du aufmerksam, wirst Du auf jeden Fall zumindest vermuten können, in welche Richtung seine/ihre Gefühlslage geht.
Ein Zeichen geben
Bist Du übrigens in der Position, dass Du in der Wohnung Deiner Liebschaft gelandet bist, gilt auch hier, achtsam zu sein. Achte gut darauf, welche Botschaften Dir gesendet werden. Dann spürst Du auch, wann es an der Zeit ist, zu gehen – oder eben auch nicht. Bist Du Dir nicht ganz sicher, dann versuche, nicht zu aufdringlich zu sein und dennoch klare Signale zu senden. Gehe beispielsweise lieber etwas früher, aber hinterlasse ihm/ihr davor vielleicht Deine Nummer auf einem Zettel. Dann kann er/sie den Kontakt suchen, falls Interesse besteht und es entstehen keine unangenehmen Situationen. Genauso kannst Du ihm so einen Zettel übrigens auch bei der Verabschiedung an Deiner Tür ganz zwanglos in die Hand geben – damit ist der erste Schritt, um die Befangenheit zu brechen, auf jeden Fall getan!
Sei mutig
Anstatt also passiv zu bleiben und darauf zu warten, dass Dein One-Night-Stand Dir eindeutig zeigt, ob aus Eurer Begegnung mehr werden kann, ist es manchmal sogar leichter, wenn Du das Ganze selbst in die Hand nimmst. Ja, auch wenn es Überwindung kostet. Was hast Du zu verlieren? Bist Du Dir erst einmal sicher, dass Du Dich in diesen Menschen verknallt hast (und nicht in eine Fantasie oder das Gefühl, das Dir Eure gemeinsame Nacht gegeben hat), dann steh dazu! Mehr als eine direkte Abfuhr oder dass er/sie sich – trotz hinterlassener Nummer – nicht bei Dir meldet, kann nicht passieren. Besser, als Dich immer und immer wieder zu fragen, ob sich mehr daraus hätte entwickeln können, oder?
Sicherheit gewinnen
Grübelst Du hin und her und traust Dich einfach nicht, Dich auch jetzt im Nachhinein vielleicht noch bei ihm/ihr zu melden, dann wende Dich gerne an unsere Berater/-innen. Sie können Dir helfen, Dir über die Situation womöglich noch einmal klarer zu werden und vielleicht ja den Mut zu finden und den ersten Schritt zu wagen. Wer weiß, eventuell steht die große Liebe damit schon bald (wieder) vor Deiner Tür. Und bleibt von da an jede Nacht.
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